Das Grundstück für das neue Wohnhaus liegt oberhalb der Ortschaft
Schlins im Voralberg an steiler Süd-Hanglage. Das von Martin Rauch und
Roger Boltshauser geplante Haus reagiert in seiner Stellung und in
seinem Ausdruck direkt auf den topografischen Verlauf der schmalen
Parzelle und ihren landschaftlich genuinen Kontext: Ein monolithischer
Baukörper wird als skulpturaler Block wie eine abstrakte, künstliche
Natur wörtlich aus der Erde herausgedrückt.
Dabei vereinigt die
Technik des massiven Stampflehm-Mauerbaus diese architektonische Absicht
mit dem gezielten Wunsch ein ökologisches Gebäude aus ausschliesslich
natürlichen Materialien zu bauen. Die Konstruktion zeigt wegen der
planerischen Zusammenarbeit mit bis hin zur Erstellung des Hauses durch
den Bauherrn und Lehmbaumeister Martin Rauch durchwegs laborartiges
Experimentieren, dessen Erfahrungswerte im Verlauf des Bauprozesses zu
immer neuen Verfeinerungen führen.
Im Gegensatz zu organischeren,
archaischen Lehmarchitekturen verfolgt die Gebäudegestalt eine gewisse
Klarheit und Scharfkantigkeit. Die zwischen den typischen Lehmschichten
eingefügten Lagen aus Ziegelleisten stabilisieren den Baukörper optisch,
indem sie die Horizontalität betonen und die Licht- und Schattenwirkung
der Oberflächentextur verstärken. Auf der stofflich-atmosphärischen
Ebene zeigt die Raumfolge einen Verlauf, der durch eine austarierte
Überlagerung unterschiedlicher Bearbeitungsstufen vom Rohen und
Archaischen zum Vornehm-Prächtigen buchstäblich aufsteigt. Insgesamt ist
das Wohnhaus ein laborartiges Experiment, das Abbild ist von der engen
planerischen Zusammenarbeit zwischen dem Architekten und dem
Lehmbaumeister und Bauherrn Martin Rauch und in dessen eigenhändiger
Erstellung des Baus gipfelt.
Das Stampflehmhaus Rauch wurde am 14. November 2008 mit dem Bauherrenpreis ausgezeichnet…
Foto: www.lehmtonerde.at

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