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Solar City

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Linz ist momentan nicht nur im Rahmen der Kulturhauptstadt in aller Munde, sondern findet auch beim 33. STANDARD-Wohnsymposium Erwähnung…konkret: der „Sonnenstadt“-Teil der Linzer City…

Grundsätzlich stehe ich den „Retortenstädten“ a lá Brasilia mit Skepsis gegenüber, aber in diesem Fall gibt es laut Umfragen großteils positive Resonanz – schade nur, dass viele Bewohner nicht aufgrund des Energieaspektes in die Solar City Pichling gezogen sind, wie die Erhebung ergab.

Das Stadterweiterungsgebiet für 3.000 Bewohner wurde bereits 1992 vom bereits verstorbenen österreichischen Städteplaner Professor Roland Rainer mit einem umfassenden städtebaulichen Masterplan vorbereitet, allerdings mit einem Potential von 5.000 – 6.000 Wohnungen und gesamter Infrarstruktur. Die Idee dazu entstand bereits 1990. Der Fokus galt der Niedrigenergie-Bauweise – vor allem der Nutzung der Sonnenenergie.

Den Bebauungsplan erstellte der Wiener Architekt Martin Treberspurg, der die Basis für die Ausschreibung der insgesamt zwölf unterschiedlichen Architekturwettbewerbe bildete. Richard Rogers, Norman Foster, Renzo Piano und Thomas Herzog waren in der ersten Bauphase – der Entwicklung der Mustersiedlung mit 630 Wohnungen in Niedrigenergiebauweise – beteiligt, allerdings waren die Ergebnisse laut Treberspurg nicht zufriedenstellend. Acht weitere Architekten aus Oberösterreich planten daraufhin die Gebäude der zweiten Bauphase.

Das ökologische Musterprojekt, das vom technischen Standpunkt her – bereits zum Teil überholt ist, wird sowohl von Bewohner als auch von den Fachleuten postiv bewertet. Die Stadt in der Stadt erzeugt mit ihren 3.500 Quadratmeter Sonnenkollektoren knapp die Hälfte des Warmwassers für die 1.300 Genossenschaftswohnungen in der 32 Hektar großen Siedlung. Die restliche Wärme für Wasser und Heizung liefert die Fernwärme.

Die integrierte Infrarstruktur im neuen Stadtteil ist für die Bewohner das ausschlaggebendste Argument für die Wohnort-Entscheidung – kurze Wege und leichte Erreichbarkeit, finden vor allem bei Jungfamilien positive Resonanz. Kritik findet allerdings die schlechte Anbindung an die Linzer Stadtzentrum, da nur eine Straßenbahnlinie mit dreißig Minuten Fahrzeit die beiden Orte verbindet.

Die Wiener Wohnbau-Festwochen beleuchten diese und kommende Wochen nicht nur das Projekt Solar City, sondern widmen sich auch weiteren städtebaulichen Entwicklungen.

Foto: aren.grimshaw

http://architekturblog.wordpress.com/

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