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Ronchamp – Sternenfenster

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Es ist schön zu erfahren, dass auch ein grosser Architekt wie Corbusier gewisse Effekte dem Zufall zu verdanken hat. Bei der Besichtigung der Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamp anlässlich unseres Herbstausfluges, machte uns der begleitende Architekturführer vom Vitra Design-Museum auf ein schönes Detail aufmerksam. In der Ostfassade leuchten kleine Öffnungen wie ein Sternenmeer oder Heiligenschein um das grosse Marienfenster. Laut unserem Begleiter entstanden diese faustgrossen Fensterchen per Zufall, als Corbusier während der Bauzeit diese noch offenen Lücken in der Mauer entdeckte. Im Gegensatz zu den minutiös geplanten Fensternischen in der Südseite ist das eine willkommene Bereicherung der ansonsten fast fensterlosen Ostseite des Baus.

Ronchamp ist nicht die einzige Kirche, die Corbusier geplant hat. Eine weitere Kirche, Saint-Pierre in Firminy, öffnete vor einem Jahr ihre Tore, rund 40 Jahre nach Corbusiers Tod. Der Architekt hat dort die Öffnungen von Ronchamp übernommen und diesmal in die Planung einfliessen lassen. Sie stellen das Sternbild des Orion dar, einem der grössten Jäger und Persönlichkeiten der griechischen Mythologie.

von Cornelia Keller, 2007 (Bild: Maurice Bonhomme)

http://www.schnieperarchitekten.ch/

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