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Monte Rosa Hütte

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Einmal vorweg: Ich warte geduldigst auf Schnee! Meine Schi auch! Aber alles mal der Reihe nach:

Während meiner Schulzeit war es quasi Pflicht an Projektwochen teilzunehmen und so hatte ich auch das Glück, dass meine Schule eine Woche Schitouren-Schikurs vorsah – mein Schienbein kam mit ein paar grünen Flecken davon…und ich mit dem Wunsch, diese Erfahrung als Alternative zum herkömmlichen Schifahren weiterhin zu nutzen. Seither habe ich es leider nur einmal – gemeinsam mit einer Freundin – geschafft, ohne Lift die „unberührten“ schneebedeckten Alpen zu erklimmen…

Nachdem mich zwei Freunde seit Jahren auf eine gemeinsame Tour einladen – denke ich, dass ich das Projekt diesen Winter in die Wirklichkeit umsetzen werde…

Da ich ein bisschen recherchiert habe, wo man an geführten Touren teilnehmen kann – bin ich zufällig auf das Projekt „Neue Monte-Rosa-Hütte“ gestoßen. Den klassischen Winterurlaub habe ich vor zwei Jahren in Davos hinter mich gebracht – die Pisten waren beeindruckend, aber einfach zu viele Touristen… Aber die Schweizer Berge im Rahmen einer Schitour stelle ich mir einfach traumhaft vor!

Als ich auf dieses Projekt stieß, sah ich eine neue Herausforderung – den auf 2883 Metern Höhe gelegenen Monte Rosa zu bezwingen und das Projekt – die Idee dazu wurde im Rahmen des 150-Jahr-Jubiläums der ETH Zürich geboren, aus der Nähe zu sehen. Zum Glück habe ich noch ein bisschen Zeit mich zu konditionieren, da es erst mit Herbst 2009 fertig wird.

Auf der ETH gibt es zur Projektentwicklung ein eigenes „Studio Monte Rosa“, wo unter der Leitung von Prof. Andrea Deplazes Studierende, Fachleute und vor allem Verantwortliche der Hüttenkommission zusammenarbeiten, da Bauen in solchen Höhen viele klimatische, transport- und energietechnische Faktoren mit sich bringen.

Die polygonale Hülle des Gebäudes ist an die Form eines Bergkristalls angelehnt – die „Hütte“ wird neu definiert. Der Ansatz erinnert mich an das Vorgehen von Gerhard Garstenauer, Architekt und Mitinitiator für das Projekt Sportgastein, der in den siebziger Jahren mit der Gestaltung der Liftstationen in Form sphärischer Kugelbauten einen zeitgemäßen Ausdruck suchte.

Die Aluminiumfassade der Monte-Rosa-Hütte stellt nicht nur einen wichtigen Wegmarker für das „Bergvolk“ dar, sondern birgt in sich einen fünfgeschossigen Holzelementbau, der sich jedoch aufgrund der Fensteranordnung nicht sofort erkennbar gibt. Die freie Panorama-Sicht ist in dieser Umgebung natürlich ein wichtiger Aspekt, daher bildet die Kaskadentreppe mit breiter Fensterfront eine zentrale Rolle. Im Gegensatz dazu wurden die Fenster in den Schlafräumlichkeiten zur Schaffung einer traditionellen Hüttenatmosphäre bewusst klein gehalten. Da die gesamte Hülle in verschiedenen Schrägflächen ausgeführt wird und die Fenster bündig daran anschließen, werden aufgrund der Verschmelzung von Dach und Fassade Velux-Dachfenster dafür eingesetzt.

Dieses Projekt hat sich nicht nur in punkto Schutz, Komfort und Architektur große Ziele gesetzt, sondern stellt sich im Bereich Energie und Ressourceneffizienz einigen Prüfungen. Das gesamte Gebäude wird durch eine in die Fassade integrierte Photovoltaikanlage und durch mechanische Belüftung „gemanagt“. Auch in der Bauphase gehen die Überlegungen in eine ressourcenschonende Richtung: der Transport per Maulesel, die beim Bau der alten Monte-Rosa-Hütte zum Einsatz kamen, stand als Variante zu Debatte – leider ist es der Helikopter geworden – sonst hätte ich für die kurze Bauphase in den Sommermonaten die Schi gegen Bergschuhe getauscht und wär dem Maulesel hinterher…

http://architekturblog.wordpress.com/

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