Die Vereinigten Arabische Emirate machen mal wieder Rede von sich…
Sir Foster redet ganz groß mit…
Das hört sich nach einer Jahrhundertrede an, wenn man mich fragt…
Schlagwörter
wie „Green Utopia“, „Zukunft ohne Öl“, „Effizientes Gebäudedesign“ und
„Null-Emissions-Stadt“ machen Abu Dhabi City zum Headliner und mich
hellhörig:
2016 soll eine ganze Stadt, nämlich MASDAR CITY ohne
CO2-Emissionen auf der Landkarte zu finden sein. Eine futuristische
Stadt mit etwa 50.000 Menschen – zwischen Abu Dhabi City und dem
internationalen Flughafen. Futuristisch? Die Projektbeschreibung hört
sich anders an: keine Autos, enge Gassen und Arkaden?
Ökostadt –
ja – denn hier soll kein Gramm CO2 in die Atmosphäre. Der Plan greift
noch viel weiter in die Sterne: Es soll mehr saubere Energie produziert
werden, als verbraucht wird – mit solarthermischen Kraftwerken und
Photovoltaik-Anlagen. Eigentlich würde eine Stadt in dieser
Größenordnung einen Gesamtausstoß an CO2 22 t pro Kopf/Jahr produzieren –
mithilfe von modernsten Technologien in Masdar City 0,00 t pro
Kopf/Jahr!
Um das Ziel zu erreichen, arbeiten Experten an einem
Plan, um den Bedarf an Frischwasser zu reduzieren und konsequent
Recycling zu betreiben – der unvermeidliche Energiebedarf wird mit
alternativen Energiequellen (Wind, Sonne, Biotreibstoffe) produziert.
Sir
Foster + Partners wurden engagiert, das Gesamtdesign zu übernehmen –
und ihre Rechnung kommt zum Ergebnis, dass 56% CO2-Reduktion durch
energieeffizientes Städte- und Gebäudedesign möglich ist. Ihr Masterplan
zeigt langgestreckte Parks – kühlende Winde könnten mit Hilfe dieser
Frischluftschneisen in das Innere der Stadt gelangen. Die Antwort auf
die Hitze sind enge Gassen, die den Wind zwischen den Häusern
durchleiten und traditionelle Arkaden spenden Schatten – aufgrund dieser
„architektonischen Besonderheiten“ (das sind ja mitreißende Worte der
Medien) – soll die gefühlte Temperatur, die heute über 70°C beträgt – in
Masdar City bei 50°C liegen.
Die sechs Quadratkilometer große
„Zero-waste, zero-carbon“-Metropole ist für Foster nicht das erste
nachhaltige Bauprojekt – in Berlin realisierte er eine grüne Bibliothek
für die Freie Universität, in Duisburg einen energiearmen Masterplan und
in Libyen bastelt er an einem Öko-Tourismusprojekt – wenn man allein
das Modell betrachtet, frage ich mich allerdings, ob er bei diesem
Projekt mit seinen 600 Mitarbeitern auskommt…
Foto: imredubai & onikasi

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