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Licht für Körper und Seele

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Kaum ein Bereich erfordert solch komplexe Lichtlösungen wie Gesundheit und Pflege, gilt es doch hier, für die verschiedensten Anforderungen optimale Bedingungen zu schaffen: Ärzte und Pflegepersonal benötigen unterschiedliche Lichtsituationen, um qualifiziert arbeiten zu können, für die Patienten wird eine möglichst angenehme Atmosphäre angestrebt und Heilungsprozesse können durch gezielten Lichteinsatz wirkungsvoll unterstützt werden.

Die Atmosphäre des typischen Krankenhausumfelds soll in Eppendorf weitgehend vermieden werden. So gibt es im 2. OG den so genannten Krankenhausboulevard, der mit Bibliothek, Friseur, Restaurant und Geschäften den Aufenthalt für die Patienten angenehmer machen soll.

Der Patient steht im Mittelpunkt
Kosteneinsparung und Qualitätsoffensive – diesem ökonomischen Widerspruch sehen sich die Leistungsbringer im Gesundheitswesen derzeit ausgesetzt. Den Spagat meistern werden die Kliniken, die es verstehen, sich als Dienstleister des Patienten zu positionieren und gleichzeitig lernen, an den richtigen Stellen Kosten einzusparen. Architektur und Innenraumgestaltung können diese beiden Parameter entscheidend unterstützen.

Die Architektur durch Ressourcen schonende, energieeffiziente und an den Organisationsabläufen orientierte Baukörpergestaltung, die Innenarchitektur durch vielfältige Oberflächen sowie eine Licht- und Farbgestaltung, die Genesung fördert und auf individuelle Bedürfnisse reagiert. Vor allem Licht ruft nicht nur Stimmungen und Emotionen hervor, es beeinflusst auch nachweislich den Biorhythmus des Menschen und hat sogar therapeutische Wirkung.

Neue Maßstäbe setzen
Revolutionär in der Krankenhausarchitektur ist der Entwurf des kürzlich eröffneten Uniklinikums in Hamburg-Eppendorf (UKE) der Münchner Architekten Prof. Hans Nickl und Prof. Christine Nickl-Weller. Der ärztliche Direktor, Jörg Felix Debatin, spricht von einer "neuen Übersichtlichkeit". Das Gebäude beherbergt 16 Operationssäle samt Intensivstationen und über 700 Betten. Sämtliche Versorgungseinrichtungen und Fachabteilungen sind so angeordnet, dass für Mitarbeiter und Patienten die Wege trotzdem kurz sind und die Behandlung zusammengehöriger Krankheitsbilder erleichtert wird.

Der Begriff "modern" wird durch das neue UKE nun viel komplexer und im Sinne des beschriebenen Wandels definiert: Das UKE ist das modernste Klinikum Europas, weil bei der Konzeption des neuen Gebäudes oberste Priorität war, dass erstens das Personal kosteneffizient und zugleich qualitativ auf höchstem Niveau arbeiten kann. Und zweitens, weil man davon ausging, dass der Patient ein "mündiger Kunde" ist und seine Genesung nicht nur Ergebnis guter medizinischer Versorgung, sondern auch Resultat einer Atmosphäre ist, in der sich der Patient aufgehoben, umsorgt und wohl fühlt.

Effiziente Umgebung
Die effiziente Organisation des Klinikbetriebs läuft hinter den Kulissen ab – für den Patienten und Besucher des Hauses weitgehend unsichtbar. Dies unterstützt den Genesungsprozess ebenso wie der sehr behaglich gestaltete Bettentrakt. Die "Unterkunft" des Patienten ähnelt im UKE eher einem Hotelzimmer als einer Zelle. Die Patientenzimmer sind in warmen Farben gestrichen und haben dunkle Parkettböden. Zu jedem Bett gehört eine eigene Multimediaeinheit, die dem Patienten erlaubt, unabhängig vom Bettnachbarn TV zu schauen, zu telefonieren oder im Internet zu surfen – selbstverständlich alles mit Kopfhörer.

Technik auf den zweiten Blick
Das in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro und dem UKE entwickelte Conboard Medienversorgungspaneel mit Anschlüssen für Starkstrom, Gasversorgung und Kommunikationstechnik wurde in ein hochwertiges Schranksystem integriert.

Die innovative Lichtlenkungstechnologie der Bettenleuchte sorgt mit ihren getrennt schaltbaren Komponenten für Raum-, Lese- und LED-Orientierungslicht für eine zeitgemäße und ästhetische Lichtkultur in den Patientenzimmern. Durch diese Lösung wird die sonst übliche Sichtbarkeit von technischen Anschlüssen im direkten Patientenumfeld vermieden und damit der Verfremdungseffekt eines Krankenhausumfelds gemindert.

Lebendiges Umfeld   
In diesem Duktus ist auch der Krankenhausboulevard im 2. OG zu verstehen. Mit seiner Patientenbibliothek, Cafeteria, Restaurant, Geschäften, Friseur, Internetangebot und einer Filiale der Hamburger Sparkasse garantiert er einen kurzweiligen Krankenhausaufenthalt. In diesen Bereichen stellten die Lichtplaner eine unkomplizierte Orientierung in den Vordergrund. Sie wählten eine in ihrer gradlinigen Formensprache zeitgemäße Leuchte, die die Räume angenehm erhellt und für ein homogenes Erscheinungsbild sorgt. Auch dies gehört zum Anforderungsprofil einer modernen Klinik.

Das UKE ist eine der ersten Kliniken, die es schafft, dass der Patient beim Durchschreiten des Haupteingangs nicht das Gefühl der Abkehr von der Außenwelt erhält. Eine Klinik muss in der subjektiven Betrachtung des Patienten eine ähnlich unhomogene Struktur aufweisen, wie sie in unserem Alltag vorhanden ist, und als ein lebendiger Ort verstanden werden: Sie muss öffentliche und weniger öffentliche Bereiche anbieten, Tageszeiten müssen erkennbar bleiben und individuelle Bedürfnisse der Patienten, so weit möglich, berücksichtigt werden. Das Hamburger UKE steht beispielhaft für den Wandel im Gesundheitsmarkt. Eine spannende Herausforderung für Architekten und Planer mit großem Potenzial für die Bauwirtschaft. 
Projektinfos:

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Bauherr: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg/D
Generalunternehmer: Hochtief Construction AG, Essen/D
Architektur: Nickl & Partner Architekten, München/D
Lichtplanung: Ebert und Partner, Nürnberg/D

Lichtlösung: Zumtobel
SLOTLIGHT Einbauleuchten, TECTON Lichtbandsystem, PANOS Downlights,
CONBOARD Licht- und Versorgungssystem (Sonderlösung), PERLUCE Lichtsystem, ONLITE Rettungszeichenleuchten, CLEAN Reinraumleuchten,
CLARIS Pendelleuchten

Foto: Zumtobel

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