Mit einem eben erst fertiggestellten Projekt für die junge Generation
hat DI Georg Reinberg seinen Namen in ökologischer und
energieeffizienter Hinsicht wieder alle Ehre gemacht. Die Rede ist vom
Kindergarten in Amstetten-Eggersdorf. Dort hat er als Gewinner des
geladenen Wettbewerbs Technik und behaglichen Lebensraum unter ein Dach
gebracht.
Das Gebäude – ein einfacher Kubus mit luftdichter
Gebäudehülle - bietet – gemäß der Vorgaben – während der gesamten
Nutzungszeit direktes Sonnenlicht aufgrund der Lage und Ausrichtung. Die
Gruppenräume gehen sowohl nach Osten zur Morgensonne, als auch nach
Süden zur Mittagssonne und im Anschluß ergibt sich ein besonnter Garten
bis in den Nachmittag. Das Energiekonzept bilden in erster Linie
Wärmebewahrung und passive Nutzung der Sonnenenergie.
Die
Funktionsräume und der Eingangsbereich bilden einen länglichen zweiten
Baukörper, der sich von Süden nach Norden erstreckt. Dadurch entsteht
zwischen diesem Bauteil und dem Gruppenräumen ein konischer
Zwischenraum, der sich vom Erschließungsraum im Norden zu einem
Bewegungsraum öffnet und von oben Licht erhält. Dieser Bewegungsraum
kann durch Schiebewände gänzlich oder teilweise dem mittleren
Gemeinschafts- und Erschließungsbereich zugeschlagen werden. Zwei in den
Baukörper eingeschnittene Terrassen ergänzen die Gemeinschaftsbereiche
mit „Räumen im Freien“ (im Süden und Norden).
Der Eingangsbereich
ist mit einem – nach Süden geneigten – semitransparenten
Photovoltaikdach überdeckt, wodurch sich eine hohe
Belüftungs-Effektivität ergibt und deckt den vermehrten Strombedarf. Ein
weiterer positiver Aspekt ist die Reduzierung der Kosten durch die
Doppelfunktion des Vordaches. Der sommerliche Überhitzungsschutz erfolgt
durch außenliegende Jalousien, die den Eintrag sowohl von direkter als
auch von diffuser Einstrahlung vermeiden, Nachtspülung, die die
Nachkühle in die Gebäudemasse kurzfristig einspeichert und über die
Lüftungswärmerückgewinnungsanlage im Gebäude behält und ein aus
Brunnenwasser versorgtes Kühlregister in der Lüftungsanlage.
Reinberg
setzt seine „Solarbaubewegung“ mit diesem Projekt weiter fort. Die
Erweiterung des Kindertagesheimes Schukowitzgasse hat er auch als
Bildungsaufgabe in Sachen Energieeffizienz verstanden und die Technik
für die Kinder dort erlebbar gemacht: Warmwasserspeicher der Solaranlage
steht skulptural mitten im Atrium, offen verlegte Belüftungsanlage und
in die Fassadenverglasung integrierte Solarpaneele.
Reinberg hat
vor kurzem auch ein eigenes „Sammelsurium“ seines 30 jährigen Schaffens
herausgebracht: „Reinberg Ökologische Architektur – Ecological
Architecture“ Springer Wien, NewYork, 2008, das auch meine
Aufmerksamkeit erneut auf sein Schaffen gelenkt hat…

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